Da ich mich durchaus als Mathematiker mit dem Begriff der Unendlichkeit in abzählbar und Überabzählbarkeit auskenne, gebe ich dir noch ein Beispiel, wie es mit der Unendlichkeit zugehen kann.
Die natürlichen Zahlen (1,2,3,4...) sind unendlich viele. Man nennt sie "abzahlbär", weil man jeder Zahl eine Nummer geben kann und sicher ist, keine vergessen zu haben.
Die Anzahl der Brüche ist auch unendlich. Und da jede natürliche Zahl ein Bruch ist (1/1, 2/1, 3/1, 4/1, ... ) erscheint es auf den ersten Blick logisch, dass es mehr Brüche als natürliche Zahlen gibt. Außerdem gibt es ja auch noch -1/1, -2/1 usw...
Aber es gibt genau gleich viele Brüche wie natürliche Zahlen, obwohl sich die natürlichen Zahlen in die Brüche einbetten lassen und noch so unglaublich viel Platz dazwischen erscheint.
Mit den Brüchen kannst du jede beliebige Zahl beliebig genau ausdrücken. Egal, wie dicht du zwei Zahlen nimmst, du findest immer noch Brüche, die dazwischen liegen. Also könnte man annehmen, dass zwischen den Brüchen kein Platz mehr ist, weil sich alles mit noch mehr Brüchen vollpflastern lässt.
Da kommen die reellen Zahlen ins Spiel, die den Platz dazwischen füllen. Und das tun sie so eng, dass zwischen jedem paar Brüche, was du dir vorstellen kannst unendlich viele reelle Zahlen liegen. Und zwar so viele, dass es zwecklos ist, sie zu zählen! Egal, wie du sie zählen willst, es bleiben immer noch welche über, die du nicht gezählt hast.
In einen unendlich großen Universum müssen unendlich viele Sterne nicht zwangsweise dicht an dicht liegen. Die unendlich vielen Primzahlen liegen auch nicht dicht im Raum der natürlichen Zahlen sondern sind im großen und ganzen so selten, dass man froh ist, mal eine zu finden.
Yay Mathe!
@Topic: Angst vor dem Sterben zu haben ist leicht. Genau, wie man Angst vor allem haben kann, was neu und was unbekannt ist. Aber anders als vielem anderem, kann man dem Tod nicht ausweichen. Ich kann ihn aufschieben und entwischen (durch Besiegen einer Krankheit oder gesunden Lebensstil), aber am Ende bekommt er mich trotzdem. Das lässt mich stoisch werden und mich der Dinge harren, die da kommen.